Geschichtliches zum Flecken Brome

Es war ein großes politisches Ereignis im Hochmittelalter, das Brome ins Licht der geschriebenen Geschichte hob. Nach der Ächtung 1180 und dem Tod 1195 des Welfen Heinrich dem Löwen, Herzog von Sachsen und Bayern , teilen sich die drei Söhne das väterliche Erbgut; Heinrich Pfalzgraf bei Rhein stellt seinem Bruder Wilhelm, genannt Langschwert, 1203 eine Urkunde seines ihm zufallenden Besitzes aus, in der Brome erstmals erwähnt wird.
Das war 2003 für die Bromer Bürger ein besonderer Anlass, über das ganze Jahr verteilt mit immerhin 61 Aktionen dieses Ereignis zu feiern.

Doch das Bromer Land wurde viel früher besiedelt, wie zahlreiche Bodenfunde und die nahen Großsteingräber in der Altmark belegen; vor etwa sechstausend Jahren begann die jüngere Steinzeit, mit diesen im Museum Burg Brome befindlichen Fundstücken, auch aus der dann folgenden Bronze- und Eiszeit, ist eine frühe Besiedlung nachzuweisen.

Historischer Mittelpunkt war immer, und ist es bis heute, die Burg Brome, einst im Besitz der Geschlechter von Knesebeck, von Bartensleben und von der Schulenburg; seit 2001 ist der Flecken Brome Eigentümer des geschichtsträchtigen Gebäudes. Ein 1974 gegründetes Heimatmuseum mit den Schwerpunkten „Bäuerliche Selbstversorgung“ und „Das alte Handwerk im Flecken Brome“ hat den Ort weit über die Grenzen bekannt gemacht und ist seit 1981 Mittelpunkt des jährlich Mitte August stattfindenden Burgfestes.

Aus der durch Forschungen sehr reich belegten Vergangenheit seien einige Begebenheiten herausgegriffen: Der Besuch Kaiser Karl IV. 1376, die bösen Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648, im Siebenjährigen Krieg 1757, in der Franzosenzeit 1801-1813, verheerende Brände, insbesondere 1807 mit dem Verlust von 70 Häusern.
Doch wie der sprichwörtliche Phönix aus der Asche, ist Brome seit der Mitte des 19. Jh. auferstanden mit wachsender gewerblicher Wirtschaft; 81 Handwerker belebten 29 verschiedene Berufe, mit der „Etablierung“ einer Apotheke, von Ärzten und Tierärzten, einer Molkerei, des Postamtes, einer Bahnstation. Zahlreiche Vereine, die alle Bedürfnisse der Bürger abdeckten, wurden gegründet. Eine große Leistung war 1842 der Wiederaufbau der 1807 zerstörten Liebfrauenkirche im klassizistischen Stil. Sie wurde nun wieder Mittelpunkt des religiösen Lebens, wie zuvor die St. Pankratiuskirche zu Altendorf. Die 1854 erfolgte Zollunion und die Aufhebung der Grenzen zwischen den Königreichen Preußen und Hannover 1866 lässt Brome, das immer unter der umklammernden Grenze litt, aufatmen; Dörfer der benachbarten Altmark sind problemlos dem Bromer Land verbunden, gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich.

Neben den überall gravierenden Einschnitten durch die beiden Weltkriege litten die Bromer besonders durch die 1945 erfolgte Umklammerung durch die sowjetische Zone; zwei Drittel des Hinterlandes waren hermetisch abgeschnitten. Fünfundvierzig lange Jahre dauerte dieser Zustand, der die Bromer Bürger keinesfalls lähmte, sondern deren Erschwernisse sie als Herausforderung ansahen und angingen. Einige Errungenschaften dieser Zeit seien heraus gegriffen; 1955 wird eine große Schule erbaut und 1969 erweitert, 1960 entsteht das Michaelisheim, eine Stätte für die Alten, 1963 gibt sich Brome ein Wappen, 1974 wird Brome zentraler Ort der Fleckengemeinde für die weiteren Orte Altendorf, Benitz, Wiswedel, Zicherie; 1981 bekommt Brome vom Niedersächsischen Ministerium des Innern die schon immer benutzte Bezeichnung „Flecken Brome“ amtlich bestätigt. In diesen Jahren wird das Bromer Freibad modernisiert, 1979 wird der idyllische Ohresee gebaut, das Museum Burg Brome wird eröffnet, 1984 hat der Ort mit dem „Haus für uns alle“ einen großzügigen Saalbau. Das parallel laufend eine zentrale Wasserversorgung, ein modernes Klärwerk sowie diverser Staßenausbau entsteht, ist fast selbstverständlich. In Brome werden staatlich geförderte Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, in Altendorf und Zicherie Dorferneuerungsmaßnahmen.

In mehreren Baugebieten sind schmucke Häuser entstanden, die Neubürger haben sich bestens mit den Altbromern vermischt; nicht zuletzt ist das nach dem letzten Krieg gewachsene Vereinsleben stark an dieser erfreulichen Entwicklung beteiligt. Etwa 3.300 Menschen fühlen sich im Flecken Brome wohl.

Das herausragende Ereignis von weltpolitischer Dimension ist die Wiedervereinigung 1990 und die grenzenlose Verbindung zur benachbarten Altmark!

Die zentrale Lage Bromes am Schnittpunkt der Bundesstraßen B 244 und B 248 führte in den letzten 15 Jahren zur Ansiedlung von vier Märkten, die (fast) alle Wünsche der Konsumenten befriedigen und damit das infrastrukturelle Angebot von Brome komplettierten.


Basisdaten

Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome

Höhe: 66 m ü. NHN
Fläche: 36,66 km²
Einwohner: 3219 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²

Postleitzahl: 38465
Vorwahl: 05833
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 005
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile

Adresse der Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 36, 38465 Brome
Webpräsenz: www.brome.de

Bürgermeister: Gerhard Borchert (CDU)
Letzte Wahl: 11. September 2011
Nächste Wahl: 2016

Lage der Gemeinde Brome im LK Gifhorn
Lage der Gemeinde Brome im Landkreis Gifhorn

(Quelle: Wikipedia)